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Meldung vom 25.06.2008
Todtenweis - Vom Königshof und Klosterdorf
Nach gut zweijähriger intensiver Arbeitszeit konnte das Todtenweiser Heimatbuch am vergangenen Samstag der Öffentlichkeit vorgestellt werden. „Todtenweis – Vom Königshof und Klosterdorf zur modernen Gemeinde“, so der Titel des 860 Seiten starken Buches. Beim ersten Durchblättern ähnelt es fast einem reichhaltigen Bilderbuch. Bei der offiziellen Vorstellung waren unter den geladenen Gästen neben den Autoren des Buches auch Landrat Christian Knauer, Altbürgermeister Josef Kodmeir, Pater Alfred Nawa, Aindlings Bürgermeister Tomas Zinnecker, Vertreter der Verwaltung Aindling, der alte und neue Gemeinderat von Todtenweis und die Vertreter der Todtenweiser Ortsvereine. Bürgermeister Thomas Riß erläuterte kurz die Kosten des Buches, das bei einer Auflage von eintausend Stück 45.000 Euro kostete. Dank dem unermüdlichen Einsatz, zum größten Teil unentgeltlich, konnte so ein großartiges Werk in dieser Preisklasse hergestellt werden. Den meister Dank gebührt hierbei dem Ehepaar Dr. Hubert und Gabriele Raab, Franz Riß, Josef Kodmeir und Heinrich Leopold. Altbürgermeister Josef Kodmeir berichtete über den Werdegang des Heimatbuches. „Am 21.12.1993 wurde der Förderverein 1000 Jahre Todtenweis gegründet. Im Gründungsprotokoll waren die Ziele des Vereins zu lesen. Hier waren der Erhalt von Kultur, Sammeln von alten Bildern und Handwerk aus früheren Zeiten, sowie die Pflege von Tradition als Richtpunkte genannt“. Bei der Eröffnung des Gemeindearchives in Todtenweis im Dezember 2005 kamen die ersten Gespräche vom damaligen Bürgermeister Josef Kodmeir und dem Ehepaar Raab hinsichtlich eines kleinen Buches zustande. Angedacht war damals ein Bildband von etwa 350 Seiten, wobei nur ein kleiner Teil von 16 Seiten in Farbe sein sollte. Nun entstand jedoch ein großartiges Buch, das komplett mit Farbbildern gestaltet ist, und 860 DIN A 4 Seiten stark ist. Das Gewicht eines Buches beträgt drei Kilo. Dr. Hubert Raab stellte die einzelnen Autoren des Buches vor, nachdem er über die Gründungsgeschichte von Todtenweis einige kurze Sätze sprach. „Der Ort Todtenweis wird erstmals am 26. Juni 1033 in einer Kaiserurkunde genannt. Es heißt dort: Gegeben am 6. Tag vor den Kalenden des Juli im Jahr der Menschwerdung des Herrn 1033. Kaiser Konrad II. bestätigte dem Kloster St. Afra in Augsburg die Schenkung eines Gutes in Teitinwich, das die verstorbene Kaiserin Kunigunde dem Kloster zum Seelenheil ihres Gemahls, Kaiser Heinrich II., gestiftet hat.“. Dr. Hubert Raab erinnerte an die umfangreichen Recherchen zu diesem Buch, sollte doch die Geschichte des Ortes von Grund auf erforscht und niedergeschrieben werden. Die Autoren: Dr. Wolfgang Schmid, promovierter Geologe aus Dasing schreibt über die Landschaftsgeschichte im Raum Todtenweis, zum einen Teil auch Klimageschichte. Gerhard Mayer aus Friedberg, ein pensionierter höherer Polizeibeamter berichtet über Naturschutz. Der Biologe Wolfgang Pfeiffer aus Friedberg schreibt in seinem Artikel über die Flora um Todtenweis. Die Geschichte von Todtenweis vom Königshof über Klosterdorf zur modernen Gemeinde behandelt Prof. Dr.Wilhelm Liebhart. Als ausgewiesener Kenner der Geschichte des Kloster St. Ulrich und Afra, worüber erseine Habilitaiionsschrift und viele weitere Berichte geschrieben hat. Helmut Rischert, der Archivar am Stadtarchiv Augsburg war und nun als Heimatpfleger für die Archive im südlichen Landkreis zuständig ist beschriebt die erste Urkunde von Todtenweis. Wolfgang Brandner, Archivpfleger für den nördlichen Teil des Landkreises verfasste die Berichte über die Geschichte von Todtenweis in der Zeit von 1803 bis 1933. Franz Riß, ein Polizeibeamter aus Todtenweis hat sich den schwierigen Themen der NS-Zeit, über die NSDAP, die Auflösung der BVP, von Verhaftungswellen, von den Auseinandersetzungen um das Bürgermeisteramt und der zweite Weltkrieg angenommen. Der Todtenweiser Franz-Xaver Leopold berichtet ausführlich über die Landwirtschaft, die über Jahrhunderte fast unverändert betrieben wurde und sich aber in den letzten 50 Jahren revolutionsartig veränderte. Konrektor der Aindlinger Schule, Erich Hofgärtner schreibt über die Volksschule Todtenweis, die erst ab der Mitte des 18. Jahrhunderts nachzuweisen ist. Josef Wagner, ein ehemaliger Todtenweiser zeigt die Besonderheiten der Todtenweiser Mundart auf. Maria Marquart und Brigitte Lechner behandeln das Thema Hochzeit, Geburt und Tod sowie die Boarische Tracht. Wobei letztere auch als Lektorin eingesetzt war. Über das kirchliche Leben berichtet zum größten Teil das Ehepaar Raab.Sofia Brandmayr schrieb über das Kirchliche Leben nach dem zweiten Vatikanischen Konzil und Josef Leopold schildert anschaulich das Verhältnis zwischen dem Pfarrer Karl Michler und seinem Mesner Stefan Bissinger. Jakob Marquart lieferte einen detailierten Bericht über die Besetzung Todtenweis durch die Amerikaner, die er als 12-jähirger erlebte Ulrich Stark übernahm das Digitalisieren von alten und historischen Bildern. Heinrich Leopold kann als wichtigster Mann bezeichnet werden, denn er übernahm das komplette Layout für das Buch. Wobei er auch zusätzlich zu den gelieferten Texten die Überschriften formulierte und die passenden Bildunterschriften ergänzte. Das Ehepaar Dr. Hubert und Gabriele Raab aus Friedberg, die unzählige Stunden in den Staatsarchiven Augsburg und München zubrachten und dort Berge von alten Akten und Schriften wälzten, sind die größten Autoren des Buches. Der umfangreichste Teil des Buches behandelt in fast 240 Seiten die Höfe- und Sozialgeschichte von Todtenweis. Gabriele Raab, eine ehemalige Lehrerin studierte dazu noch Bayrische Landesgeschichte und Volkskunde. 
Dr. Huber Raabs studierte Altphilologie und war Lehrer und Studiendirektor am Wernher-von-Braun-Gymnasium in Friedberg. Promotion in Bayerischer Landesgeschichte und seit der Pensionierung Kreisheimatpfleger im Landkreis. „War es die Tatsache, dass zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort so viele Personen beisammen waren, die miteinander ein Heimatbuch schufen, das meines Erachtens in Bayern seinesgleichen sucht“, so Dr. Raab. Zum Abschluss gab er allen den guten Rat „Kaufen sie das Buch und schmökern sie darin. Im Bild die Autoren des Buches 
Hinten von links: Ulrich Stark, Josef Leopold und Franz Leopold. Mittlere Reihe von links: Franz Riß, Prof. Wilhelm Liebhart, Josef Wagner, Dr. Wolfgang Schmid, Gerhard Mayer, Wolfgang Brandner, Wolfgang Pfeiffer und Sofia Brandmayr. Vordere Reihe von links: Jakob und Maria Marquart, Altbürgermeister Josef Kodmeir, Landrat Christian Knauer, Dr. Hubert und Gabriele Raab, Bürgermeister Thomas Riß und Heinrich Leopold Es fehlen noch Helmut Rischert, Erich Hofgärtner und Brigitte Lechner
Bild und Text: Sofia Brandmayr Internetfassung: G. Gamperl
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