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Gemeindearchiv von Todtenweis

Gemeindearchiv von Todtenweis
Hausanschrift:St-Afra-Str. 18 86447 Todtenweis
Ansprechpartner/in: Franz Riß
Telefon:08237 5024

Todtenweis besitzt seit dem 9. Dezember 2005 ein geordnetes Gemeindearchiv und gehört damit zu den bislang wenigen Gemeinden im Landkreis Aichach-Friedberg, die diese Pflichtaufgabe der Gemeinden erfüllt hat.

 

Der Archivaufbau einschließlich Sichtung und Erfassung wurde von Bürgermeister Josef Kodmeir, dem ehemaligen Geschäftsstellenleiter der VGem. Aindling, Herrn Rudolf Sattler sowie dem Kreisheimatpfleger, Herrn Wolfgang Brandner in jahrelanger, mühevoller Arbeit vorgenommen. Die alten Akten waren auf dem Dachboden des Wasserhauses aufbewahrt und dementsprechend verstaubt und verschmutzt.

 

Das Archiv befindet sich in einem 20 m großen Raum des Rathauses und die dort eingebauten Regale bieten Platz für 84 laufende Meter Stellfläche. Die Bestände nehmen derzeit 160 Archivkartons ein. Dazu kommt eine umfangreiche Verwaltungsliteratur mit einer Serie von Amtsblättern ab 1900.

 

Den schriftlichen Überlieferungen der Gemeinde wurde davor wenig Beachtung geschenkt. Wie sich bei den Arbeiten beim Aufbau des Archivs gezeigt hat, ist die Überlieferung überraschend reichhaltig. Seit 1818, dem Entstehungsjahr der Gemeinden als kommunale Gebietskörperschaften, sind diese verpflichtet, schriftliche Unterlagen zu führen. Diese ersten Akten haben sich jedoch nur selten erhalten oder wurden vermutlich auch nicht überall zuverlässig geführt.

 

In Todtenweis hat sich als älteste Archivalie ein Amtsbuch aus dem Jahr 1826 erhalten. Es handelt sich um ein „Zehent- Beschreibungs-, Umlags- und Einnahmeregister für die Ortschaft Todtenweis“. Weitere erwähnenswerte Dokumente sind das Rechnungsbuch der Landgemeinde Todtenweis für das Etatjahr 1858/1859, mit dem wir den ältesten Beleg für geordnete Kassengeschäfte haben. Ein für die Geschichte des Ortes und der Heimatforschung äußerst wichtiges Buch ist das sogenannte Gemeindebuch. Es ist in Todtenweis mit dem Titel: „Gemeindebuch über Inventarium, Concurrenzrolle, Register, Formulare, Dienstbotenverzeichnis, In- und Beisassen, Mieth und Inleute, angefangen 1858“, erhalten. Aus dem 19. Jahrhundert haben sich auch Akten zum Hochwasserdamm am Lech oder zum Ausbau von Bächen und Brücken erhalten. Dokumente von 1866 bis 1921 belegen auch einen Rechtsstreit um das sogenannte „Aindlinger Lechfeld“, bei dem es um die Schafweidenutzung im Lechfeld durch den Markt Aindling geht. Wählerlisten finden sich ab 1873, Gemeindevisitationen ab 1876, die Wehrerfassung ab 1877, Feuerbeschauprotokolle ab 1874, Tanzmusik ab 1876, Verleihung des Heimatrechts ab 1884, Schulkasse ab 1859, Jagdverpachtung ab 1866, Straßen- und Wegeverhältnisse ab 1894.

 

Zum 01. Oktober 2008 nahm der vom Gemeinderat als Gemeindearchivar berufene Franz Riß seine Arbeit auf. Das Archiv wird seit dieser Zeit Zug um Zug erweitert. Von den im Zusammenhang mit der Erstellung des Heimatbuches gesammelten Bildern wurden größtenteils Abzüge angefertigt und in einem eigenen Bilderarchiv erfasst, das nun Bestandteil des Heimatarchivs ist. Außerdem wurde eine CD/DVD-Sammlung mit digitalisierten Bildern und Filmen eingerichtet, das laufend erweitert wird. Auch die Einrichtung einer eigenen Plansammlung, die als Grundstock alle Urkatasterblätter für das Gemeindegebiet Todtenweis umfasst, konnte zwischenzeitlich abgeschlossen werden. Bei den Urkatasterblättern aus dem Jahr 1813 handelt es sich um 12 farbige Abzüge des Bayer. Landesvermessungsamtes in der Größe von je 58 cm x 58 cm im Maßstab von 1: 5000, wobei das Ortsblatt für Todtenweis den Maßstab 1:2500 vorweist.

 

Zum 01.09.2009 erhielt das Gemeindearchiv auch die Standesamtunterlagen aus dem Standesamt der Verwaltungsgemeinschaft Aindling, die nach Ablauf der Fortführungsfristen infolge der Neuregelung des Personenstandsgesetz den kommunalen Archiven anzubieten sind. Dabei handelt es sich jeweils um die ersten Bände des Geburten- Ehe- und Sterberegisters, die ab 1876 beginnen. Die im Personenstandsgesetz festgelegten Fristen sind für das Geburtenregister 110 Jahre, das Eheregister 80 Jahre und das Sterberegister 30 Jahre. Auch die im Gemeindearchiv im Aufbau befindliche Amtsbibliothek wird laufend erweitert. So wurden alle bisher erschienen Pfarrbriefe der Pfarrei Todtenweis erfasst und in die Bücherei eingegliedert.

 

Die Gemeinde Todtenweis bietet außerdem den örtlichen Vereinen die Möglichkeit, ihre Vereinschroniken und sonstigen älteren schriftlichen und bildlichen Vereinsdokumente dem Gemeindearchiv als Leihgabe zu überlassen. Sie werden dort im Findbuch erfasst und archiviert. Dies bietet eine sichere Gewähr für den zukünftigen Bestand dieser Dokumente, der beispielsweise durch häufigen Vorstands- und Schriftführerwechsel bei den Vereinen oftmals gefährdet ist.

 

Eine genaue Bestandsübersicht über sämtliche Archivalien kann einem Findbuch entnommen werden, das in gedruckter Form im Gemeindearchiv vorliegt. Dieses Findbuch wurde mit der PC-Software Excel erstellt und somit ist auch eine komfortable Suche über einen im Gemeinde-Archiv befindlichen Laptop möglich. Die Benützung des Archivs im Beisein des Gemeindearchivars steht grundsätzlich jedem Besucher ab 16 Jahren zu, muss aber vorher beim Bürgermeister angemeldet werden.

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